Das, was uns täglich beeinflusst, bedrängt und umgibt, ruft oft ein Gefühl des Getriebenseins, der inneren Unruhe hervor. Dies können Nachrichten, Stimmen und Geräusche sein, andere Menschen oder die allgemeine Betriebsamkeit, der wir ausgesetzt sind. Der permanente Druck, funktionieren und alles richtig machen zu müssen, nichts zu verpassen und immer erreichbar zu sein.

 

Vielleicht hast du auch schon erste Anzeichen von Schlafstörungen oder ständiger Nervosität an dir bemerkt?

 

Dies alles deutet darauf hin, dass dein Shen aus der Verankerung geraten ist. (Die grobe Übersetzung des TCM-Begriffs Shen lautet „Geist“ oder „Bewusstsein“, bedeutet aber noch viel mehr…)

Stelle es dir so vor, dass du zu viele Antennen auf „Empfang“ gerichtet hast, die den ganzen Tag über in Funkkontakt zu allem Möglichen stehen.

 

Ich möchte dich einladen, in die Stille zu gehen, die Stille, die dein Herz nährt…

 

Durch Meditation kannst du deinen Shen – deinen Geist, dein Bewusstsein – wieder in dir und deinem Herzen verankern und Symptomen wie Schlafstörungen, innerer Unruhe, Fahrigkeit, Nervosität, Konzentrationsstörungen etc. wirksam vorbeugen und begegnen.

 

In der Meditation liegt die Kraft, die deinen Geist im Herzen verankert.
Wichtig ist, dass du dich möglichst täglich in „innerer Stille“ übst.

 

Meditation ist grundsätzlich nichts Religiöses oder Esoterisches. Sie ist auf viele Arten möglich, und für den ersten Einstieg solltest du schauen, was dich persönlich wirklich anspricht und womit du selbst am besten zurechtkommst.

Du kannst dir zum Beispiel vorstellen, dass du all deine Antennen einfährst, dich in „Flugmodus“ schaltest, dich ganz nach Innen zurückziehst und nur deinem Atem lauschst:

 

Du atmest ein – hältst kurz inne – du atmest aus – hältst wieder kurz inne…

 

Wenn du deine ganze Aufmerksamkeit darauf ausrichtest, dich mehr und mehr in dich selbst zu versenken, deine Aufmerksamkeit nach innen zu richten, deinem Atem zu folgen, ins Spüren zu kommen, mehr und mehr die Gedanken vorbeiziehen zu lassen, ohne daran festzuhalten, dann kommst du allmählich in die Stille und innere Haltung einer Meditation.

 

So begibst du dich auf eine Reise immer weiter in die innere Versenkung und Verankerung.

 

… und das tut deinem Shen sehr gut. Er ist dann zwar noch aktiv, doch in dieser Stille kann er wirken und sich „Gehör“ verschaffen vor (oder vielmehr hinter) der lauten Geräuschkulisse unserer hektischen Welt.

 

Innere Einkehr bedeutet, dieser Stille zu lauschen.

 

Es mag paradox klingen, doch frage ich dich, wann du ernsthaft das letzte Mal „Stille“ in dir wahrgenommen und gespürt hast: Wann war es zuletzt ruhig in dir und deinem Leben? Wann hast du das letzte Mal Frieden gespürt, mit dir selbst und mit allem, was ist?

 

So kannst du deinen Shen durch Meditation verankern:

Probiere und übe die folgende Meditation am besten täglich, zu einer ruhigen Stunde, zum Beispiel kurz vor dem Schlafengehen. Setz dich bequem und aufrecht hin. Es muss nicht der Schneider- oder Lotussitz sein, es kann auch ein Stuhl sein; stell dabei beide Füße fest auf dem Boden. Wenn du nicht zu müde bist, kannst du auch im Liegen meditieren.

 

Wichtig ist, dass du wach, stabil, ohne Schmerzen und mit gutem Bodenkontakt sitzt oder liegst.

 

Du wirst mit der Zeit feststellen, dass du jedes Mal einfacher und tiefer in den Zustand der inneren Ruhe und Stille gelangst. Übe weiter, auch wenn es sich anfangs ungewöhnlich anfühlt.

 

Der Weg in die Stille

Eine Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Eine Reise zu dir.
Dein Shen will sich in dir verankern.
Dein Geist will in Dir ankommen.
In dieser Stille und in diesem Frieden kann er wirken.
Beginne mit dem ersten Schritt.
Nimm dir Zeit, entspanne dich und lausche nach Innen.
Atme in dich hinein.
Richte deine Aufmerksamkeit nach innen und ziehe alle Antennen ein.
Finde deinen eigenen Atemrhythmus.
Du gelangst allmählich in einen Zustand, der sich friedlich und stimmig anfühlt.
Lass die Ruhe in dir ankommen.
Verankere dich auch mit den Füßen stabil auf dem Boden.
Verwurzele dich und deinen Shen.
Atme und lausche auch den Atempausen.
Lass alles los. Was auch immer kommen mag, lass es ziehen.
Alles, jedes Geräusch, jeder Gedanke, ist gut, was immer es auch ist.
Doch lass es los. Nur der Moment zählt, das Hier und Jetzt.

Folge deiner inneren Führung, die sich dir zeigt.
Und du findest Antworten auf alle Fragen in dir.
Sie kommen in der Stille, in der Verankerung deines Shen.
Sie kommen, ohne dass du darüber nachdenkst.
Sie sind schon da. Alles, was du brauchst, ist schon da.

Bereit, gehört zu werden. Bereit, dein Leben zu gestalten.
Bereit, dir den inneren Frieden zu geben, den du suchst.

 

 

(Inspiriert von Dr. med. Sabine Helmbold;
Fotocredits: Kristina Flour auf Unsplash)